Während der WDR und
Spiegel online gestern durchaus seriöse und halbwegs objektive Berichte zur
Großmoscheedebatte, zur gespaltenen CDU und zur Rolle der Bürgerbewegung pro Köln
ablieferten, mußte Helmut Heinen, der Herausgeber der „Kölnischen Rundschau“,
etwa zur gleichen Zeit eine strafbewährte Unterlassungserklärung wegen einer
falschen Tatsachenbehauptung bezüglich pro Köln abgeben. Heinen hatte
behauptet, „daß im Zuge der von pro Köln am 16.06.07 veranstalteten
Demonstration immerhin 84 deren Teilnehmer festgenommen worden sind“. Das genaue
Gegenteil davon ist aber richtig: Kein einziger Teilnehmer der
pro-Köln-Bürgerdemo ist verhaftet worden! Vielmehr verlief der Umzug durch
Ehrenfeld – auch laut Polizeibericht - völlig friedlich und störungsfrei. Der
Herausgeber der „Kölnischen Rundschau“, die im übrigen inzwischen zur
DuMont-Gruppe gehört, hat sich deshalb bei einer Vertragsstrafe in Höhe von
5.100 Euro verpflichtet, diese Behauptung nicht mehr zu wiederholen oder
verbreiten zu lassen.
Wie man sich solche
Unannehmlichkeiten erspart, könnte sich Heinen durchaus bei der Konkurrenz
abgucken. Besonders die überregionalen Medien legen regelmäßig eine deutlich
objektivere Berichterstattung an den Tag. Trotz einiger pflichtschuldig
eingestreuter „Rechtsextremismus“-Vorwürfe berichteten gestern zum Beispiel der
WDR und Spiegel online erneut über den Kölner Großmoschee-Streit und pro Köln.
Im WDR-Fernsehen lief sogar eine 45-minütige Reportage mit dem Titel „zu groß,
zu laut, zu fremd“, in der auch pro-Köln-Funktionäre und –Sympathisanten zur
Wort kamen. In Spiegel online wurde bei einem Hintergrundbericht zur
Zerstrittenheit der Kölner CDU in der Großmoschee-Debatte immerhin die Rolle der
Bürgerbewegung pro Köln als Speerspitze des politischen Widerstandes korrekt
beschrieben.
„Bei einer derartigen
Berichterstattung in den Kölner Tageszeitungen würde pro Köln bei der nächsten
Kommunalwahl 2009 ganz von alleine die 10-Prozent-Marke überspringen“, meint
dazu der stellvertretende pro-Köln-Vorsitzende Markus Wiener. „Genau deshalb
versucht man bei den Artikeln zum Großmoschee-Streit in den DuMont-Tageszeitungen krampfhaft, nur ja nicht pro Köln zu erwähnen. Dieses
Ansinnen nimmt bisweilen schon groteske Züge an und stellt wohl einen Tiefpunkt
journalistischer Ethik dar“, so Wiener weiter. „Doch bei der überregionalen
Bedeutung dieses Themas funktioniert die Kölner Medienblockade nicht mehr
uneingeschränkt. Berichte wie die des WDR oder Spiegel online umgehen das lokale
Medienmonopol und sorgen für ein wenig mehr Ehrlichkeit und Sachlichkeit im
öffentlichen Diskurs.“