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19. Dezember 2007:

Justiz beschert Kommunalpolitiker

Der berüchtigte „kölsche Klüngel“ hat wieder einmal zugeschlagen. Für die Kölner Kommunalpolitiker Martin Börschel (SPD) und Franz-Josef Knieps ist die weihnachtliche Bescherung auf den 18. Dezember vorgezogen worden, und die Geschenke teilte in diesem Jahr nicht der Weihnachtsmann aus, sondern die Kölner Strafjustiz: die Ermittlungsverfahren gegen die beiden im Zusammenhang mit „Lustreisen“ stadtnaher Unternehmen sind eingestellt worden.

Börschel bekam, immerhin, von Knecht Ruprecht einen Hieb mit der Rute. Er muß für seine Verfehlungen eine Geldauflage von 2.500 Euro zahlen. Knieps dagegen ging leer aus. Andreas Damm kommentiert diese Ungleichbehandlung im „Kölner Stadt-Anzeiger“ vom 19. Dezember 2007 so: „Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich, auch das garantiert die Verfassung. Wenn Börschel und Knieps dennoch nicht gleich behandelt worden sind, liegt das an der Organisation des Amtsgerichts. Der für den Anfangsbuchstaben ‚B’ zuständige Richter hielt eine Geldauflage von 2500 Euro für nötig - Pech für Börschel. Knieps dagegen hatte Glück, der für den Buchstaben ‚K’ zuständige Richter sah dazu jedenfalls keinen Anlaß. So muß der Eindruck entstehen, ein und dieselbe Behörde legt zweierlei Maß an - ein weiterer unguter Beigeschmack dieser Politaffäre.“

Börschel, Knieps und alle anderen „Lustreisenden“, die gerne mitnehmen, was ihnen geboten wird, können also frohen Mutes ins neue Jahr durchstarten. Ein reuiger Blick, ein Obulus aus der Portokasse – und schon läuft die kölsche Politiker-Karriere weiter wie geschmiert.

Andreas Damm hat recht, wenn er darauf verweist, daß das alles einen Beigeschmack hat – und daß ein Blick auf Organisation und personelle Besetzung der Justiz Ungereimtheiten verstehen hilft. Für manche Juristenkarriere war in Köln in den letzten Jahren das richtige Parteibuch durchaus von Vorteil. Diese Form der Justiz-Organisation dürfte für Börschel und Knieps jetzt zumindest keine nachteiligen Auswirkungen  gehabt haben …

Angesichts solcher Verhältnisse hilft nur eine ultimative, letzte Instanz weiter: Sie, liebe Kölner, das Wahlvolk! Den Börschels und Co. ist nicht mit guten Worten und, wie man sieht, nicht mit dem Staatsanwalt beizukommen, sondern nur mit dem Stimmzettel!

Im Kommunalwahljahr 2009 werden ihnen allen weder gute Beziehungen helfen, noch der rechtzeitige Griff in die Portokasse. Abwahl ist angesagt. Mit solchen Leuten kann es in Köln politisch nicht weitergehen!

   

 
 
 

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