Der Porzer Bezirksvorsteher
Horst Krämer fühlt sich unterbezahlt. 600 Euro monatliche Aufwandsentschädigung
und ein Repräsentationsetat von 6.000 Euro erscheinen ihm als zu knapp bemessen.
Zuspruch bekommt er, der CDU-Mann, über Parteigrenzen hinweg aus der
Innenstadt vom grünen Bezirksvorsteher Andreas Hupke und von Josef Wirges, SPD,
aus Ehrenfeld. Sonst streitet man sich gerne, aber wenn es ums Geld geht, sind
sich die Vertreter der Altparteien einig: Davon kann man gar nicht genug haben!
Der „Express“ vom 13. Oktober
2007 macht die Forderung des Triumvirats öffentlich, „daß sie bei der Fülle
ihrer Aufgaben professionell ausgestattet werden“. Denn man nimmt ja schließlich
den Ratspolitikern wichtige, dringend zu erledigende Aufgaben ab. Andreas Hupke
weiß, wo seine Kernkompetenz liegt: „Der Rat muß sich nicht mit jedem
Hundehaufen beschäftigen.“
In dem Artikel bezeichnen sich
die drei Bezirksvorsteher dann auch konsequent selbst als das, was sie gerne
wären: als „Bezirksbürgermeister“. Bislang ein Titel ohne Mittel, und noch nicht
einmal ein offizieller. Verzicht ist nicht die Stärke der Kölner
Kommunalpolitiker, sie streben nach Höherem. Statt den selbst verliehenen Titel
aufzugeben, wollen sie eine Angleichung der Finanzzuwendungen an ihre
Wunschvorstellungen herbeibetteln.
Herrn Bezirkschef Kremer & Co.
scheint dabei völlig die Haushaltslage aus dem Blickfeld entrückt zu sein. Die
Stadt hat 2,5 Milliarden Euro Schulden, die angestrebte Anhebung der
Politiker-Bezüge müßte aus neuen Krediten finanziert und dementsprechend vom
Steuerzahler verzinst werden.
Und das in den Zeiten von Hartz
IV! Für die meisten Kölner würde ein Zuschuß von monatlich 600 Euro die
Haushaltskasse spürbar aufbessern und zweifellos dankend angenommen werden. Und
zwar erst recht, wenn er bezahlt wird nicht nur dafür, daß er sich – um bei der
Perspektive von Herrn Hupke zu bleiben – mit den Hundehaufen im Veedel
beschäftigt, sondern für eine vorwiegend repräsentative, also angenehme
Tätigkeit, bei der die Bezirksvorsteher oft nicht auf ihren Repräsentationsetat
zurückgreifen müssen, weil sie zum Beispiel von Firmen oder Vereinen eingeladen
und großzügig beköstigt werden.
Horst Krämer und seine
Mitstreiter für höhere Politikerbezüge verlieren offenbar die Bodenhaftung. Ihr
Ruf nach mehr Geld ertönt zur Unzeit. Die Fraktion pro Köln in der
Bezirksvertretung Porz weist Krämers Ansprüche zurück und fordert zum Maßhalten
und zur Sparsamkeit auf!