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20. November 2007:

Abzocke bei den Müllgebühren

Die Kölner Abfallgebühren sollen nach dem Willen der alten politischen Kräfte und der Verwaltungsspitze im kommenden Jahr um satte 5,3 Prozent steigen. Der Vorgang ist ein Musterbeispiel dafür, wie Politik und Medien den Bürgern Sand in die Augen streuen. Das kann anhand verschiedener Medienberichte nachgewiesen werden:

Im Juni 2002 verbreitete die „Kölnische Rundschau“ in Sachen Abfallgebühren Optimismus. „Müllgebühren bis 2009 stabil halten“, lautete die Überschrift von Karl-Heinz Schmitz. Der setzte sich mit dem Hintergrund der Gebühren-Entwicklung zwar tendenziell falsch, aber durchaus thematisch richtig auseinander und berichtete über eine Sitzung des Rates der Stadt Köln folgendes:

„Gegensätzlicher hätten die Motive für die Einstimmigkeit des Ratsbeschlusses nicht sein können. CDU und FDP forcierten die Übernahme des früher von Trienekens gehaltenen und Ende Mai von der Kreissparkasse ‚geparkten’ 49,9-Prozent-Anteils an den Abfallwirtschaftsbetrieben (AWB) durch die Stadtwerke, um sie in die Regionalisierung des Konzerns einzubinden und längerfristig für eine schrittweise Privatisierung zu öffnen.
SPD und Grüne begrüßten dagegen den Erwerb der Anteile, weil er zunächst die komplette Re-Kommunalisierung der AWB bedeutet, da die Stadtwerke GmbH mit bisher 50,1 Prozent der Anteile nun alleinige Gesellschafterin ist.

Trienekens mußte sich kurzfristig von den AWB-Anteilen trennen, um kartellrechtlich den Weg freizumachen für ein Engagement des Nachfolgeunternehmens RWE Umwelt in der Müllentsorgung von Essen und Düsseldorf.

Die Kreissparkasse übernahm die Anteile um sie zu ‚parken’, da die Entscheidungen zur Übernahme bei den Gremien der Stadtwerke nicht so kurzfristig gefällt werden konnten.

Allerdings machten die Stadtwerke Ende Mai ihre Zustimmung zu dem Verkauf der Trienekens-Anteile davon abhängig, daß RWE Umwelt sich verpflichtete, die seinerzeit von Trienekens gegebenen Garantien zur Einbindung verschiedener Abfallströme zu übernehmen.

Nur so ist es möglich, die den Kölnern bis 2004 garantierte Gebührenstabilität zu sichern. Mit dem Einsammeln des Mülls allein wäre das nicht möglich gewesen.“

Toll, nicht wahr? Weil unsere Kommunalpolitiker mit dem Unternehmer Trienekens so hervorragend zusammengearbeitet haben, sind die Müllgebühren gesichert und können sogar „bis 2009 stabil“ gehalten werden, verkündet „Rundschau“-Schmitz.

Dieselbe Zeitung zäumt das Pferd von einer ganz anderen Seite auf, um heute, im November 2007, zu erklären, warum die Müllgebühren bereits in 2008 nach oben schnellen. Plötzlich ist von klugen Kommunalpolitikern keine Rede mehr, geschweige denn von Trienekens, sondern nur noch von bedauerlichen Sachzwängen. Christian Deppe schreibt in der „Rundschau“-Ausgabe vom 20.11.2007:

„Die Abfallgebühren sollen im nächsten Jahr um durchschnittlich 5,3 Prozent steigen. Grund ist nach Angaben der Stadtverwaltung die Umstellung der Wertstofferfassung auf das Holsystem. Weil die grauen Tonnen immer kleiner und auch weniger würden, die Festkosten aber weitgehend gleich blieben und nun auf eine kleinere Tonnenzahl umgerechnet würden, müßten nach einer Erhöhung um 5,9 Prozent zu Beginn dieses Jahres im nächsten Jahr erneut rund 5,3 Prozent draufgeschlagen werden, sagte die zuständige Dezernentin Marlis Bredehorst.“

Nun müssen zwar alle Kölner mehr Geld für die Müllentsorgung bezahlen, aber die Sache ist völlig harmlos, weil sie ja nur mit der schwindenden Größe der Mülltonnen zusammen hängt und also sozusagen als „ökologisch verträglich“ zu bewerten ist. Daß der Viersener Müllunternehmer Trienekens in den 90er Jahren Schmiergelder an Kölner Klüngel-Politiker gezahlt hatte, um im Kölner Norden eine viel zu große und überteuerte Müllverbrennungsanlage bauen zu dürfen, will heute niemand mehr wissen. Die Schmiergelder haben wir mit unseren Müllgebühren bereits vor 10 Jahren bezahlt. Aber die Übergröße der Trienekenschen Verbrennungsanlage ist uns bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben! Angela Elis brachte in der ARD-Fernsehsendung „Fakt“ das hier bestehende Problem bereits im Juni 2002 auf den Punkt: „Die Konsequenzen der Schmiergeldaffäre treffen die Bürger ganz konkret. Die zum Teil überdimensionierten Anlagen führen zu explodierenden Müllgebühren.“

Beschwichtigungen hin, leere Versprechungen her: Die hohen Müllgebühren sind eine Erblast des kölschen Politklüngels, ein vermeidbares Übel, das die Kölner Bürger vor allem unverantwortlich handelnden Kommunalpolitikern von CDU und SPD zu verdanken haben.

Pro Köln hat selbstverständlich in allen kommunalpolitischen Gremien gegen die Anhebung der Müllgebühren gestimmt!

   

 
 
 

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