Ein besseres Image könnte
Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) gut brauchen: der Messebau-Skandal,
die Causa Coloneum, die leidige alte Plakataffäre aus dem Wahlkampfjahr 2000,
die Lustreisen stadtnaher Unternehmen und der Bau einer Groß-Moschee in
Ehrenfeld gegen den Mehrheitswillen der Bevölkerung kratzen am Ansehen der Stadt
Köln und ihres obersten Repräsentanten. Weil sich aber ein rosaroter Blick
der Öffentlichkeit auf den OB nicht von alleine einstellen mag, muß
propagandistisch nachgeholfen werden. Dagegen ist – wir haben ja schließlich
Meinungsfreiheit in Deutschland – grundsätzlich so lange nichts einzuwenden, wie
Schramma oder seine Partei die Werbung für den Noch-OB aus eigener Tasche
bezahlen. Rechtswidrig wäre es dagegen, städtische Geldmittel für seine
Image-Propaganda abzuzweigen.
Nun berichtet der „Kölner
Stadt-Anzeiger“ in seiner Ausgabe vom 22. November 2007 über die Neuanstellung
eines Journalisten im Presseamt der Stadt Köln, dessen Aufgabe es angeblich sein
soll, für Schramma die Werbetrommel zu rühren. In diesem Zusammenhang zitiert
die Zeitung einen angeblichen „ranghohen Mitarbeiter in der Verwaltung“, der die
Aufgaben des neuen Mitarbeiters folgendermaßen beschrieben haben soll: „Da wird
jetzt zwei Jahre an der Verpackung und an bunten Geschichten gearbeitet, damit
der OB beim Wähler punkten kann.“
Da reibt man sich verwundert die
Augen: Hatte nicht die Stadt Köln vor dem Hintergrund der Haushaltsmisere einen
Einstellungsstopp für die Verwaltung verfügt? Der gilt aber offenbar nicht für
alle Ressorts, denn wie könnte es sonst sein, daß ausgerechnet im Presseamt,
dessen Aktivitäten den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt ja nicht direkt in
Gestalt von Dienstleistungen zugute kommen, eine kostspielige Neueinstellung
doch noch möglich ist?
Die Fraktion pro Köln nimmt den
Vorgang, wie gewohnt, zum Anlaß, um nachzuhaken. Unsere diesbezügliche Anfrage
für die Ratssitzung im Dezember finden Sie hier dokumentiert. Die Antwort der
Verwaltung werden wir den Nutzern unserer Internetseite nicht vorenthalten.
Löst der Mann, der wohl Schramma
von Skandalvorführen reinwaschen soll, jetzt womöglich selbst den nächsten
Skandal aus? – Das wäre wohl eine Ironie des Schicksals, und gewiß nicht
unverdient!