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26. Oktober 2007:

Bebauung des Rathausvorplatzes:

Bürger auf pro-Köln-Kurs

Offenbar lehnt eine Mehrheit der Anwohner des Rathausvorplatzes dessen Bebauung ab und liegt diesbezüglich mit einem Antrag der Fraktion pro Köln auf einer Linie, den CDU, SPD, Grüne, FDP und Linke bereits in der Ratssitzung am 14. Februar 2006 abgelehnt haben. Es geht um die Suche nach einem geeigneten Standort für das jüdische Museum, dessen Bau im Innenstadtbereich geplant ist. Bei einem Bürgergespräch im Senatshotel erklärte der Vorsitzende des Beirates der Eigentümergemeinschaft „An Farina“ seine Bedenken gegen den Rathausvorplatz als Standort für das „Haus und Museum der jüdischen Kultur“; der „Stadt-Anzeiger“ zitiert ihn mit der Äußerung: „Wir sind nicht gegen ein jüdisches Museum in Köln. Der Rathausvorplatz ist einer der ganz wenigen freien, aber schönen Plätze in Köln. Wenn dort etwas entstehen würde, würde dieser Platz verschandelt werden.“ Die Einrichtung einer Archäologischen Zone vor dem Historischen Rathaus wurde von den Anwohnern dagegen ausdrücklich befürwortet.

Zum Plan der Altparteien, den Rathausvorplatz zu bebauen, hatte Rechtsanwältin Judith Wolter für die Fraktion pro Köln bereits in der Ratssitzung am 14. Februar 2006 erklärt:

„Wir sind der Auffassung, daß der Rathausvorplatz in seiner bisherigen Form als Ort der Ruhe unbedingt erhalten bleiben muß. Der Rathausvorplatz lädt Besucher des Rathauses und Passanten geradezu zum Verweilen ein. Inmitten der dicht bebauten Innenstadt mit all ihrer Hektik ist diese Freifläche schlichtweg unersetzlich. Eine mutwillige Verbauung des Rathausvorplatzes mag zwar politisch korrekt sein, sie bleibt jedoch unsinnig und wäre eine fatale städtebauliche Sünde. Hierbei ist es auch völlig egal, ob der Rathausvorplatz durch den Bau eines Jüdischen Museums oder eines völlig anderen Gebäudes in seiner bisherigen Form irreparabel verändert wird.

Damit Sie den Antrag nicht mutwillig fehlinterpretieren, möchte ich für meine Fraktion noch einmal ausdrücklich klarstellen, daß wir selbstverständlich generell den Bau eines Jüdischen Museums in Köln an anderer Stelle begrüßen. Im Übrigen wird bereits jetzt im Rathausbereich in ansprechender Form, nämlich in Gestalt einer kleinen Glaspyramide, an die Grundmauern des mittelalterlichen Judenviertels erinnert. Das ist auch gut so.

Sie werden unseren Antrag trotz dieser Erläuterung geißeln bzw. ihn verdammen. Möglicherweise werden Sie - politisch ganz korrekt - sogar den Vorwurf des Antisemitismus erheben. Beeindrucken werden Sie uns hierdurch nicht. Wir wissen, daß die politische Klasse dieser Stadt nach wie vor eingebettet in das geistige Zwangsregime der Political Correctness ist. Wer sie auch nur fahrlässig verletzt, wird rücksichtslos ausgestoßen. Deshalb soll und darf über diese Standortfrage nach dem Willen der Stadtspitze sowie ihrer Klüngelfraktionen nicht unbefangen diskutiert werden. Pro Köln macht aus gutem Grund bei diesem peinlichen Spiel nicht mit. Aus ausschließlich städtebaulichen Gründen muß die unsinnige Verbauung des Rathausvorplatzes verhindert werden.“

An der Bürgerversammlung im Senatshotel nahm auch der frühere Stadtplanungsdezernent Klaus-Otto Fruhner teil, der vorschlug, das jüdische Museum auf dem früheren Kutz-Gelände zu errichten und den Rathausanbau an einer Judengasse um ein Geschoß aufzustocken, um die Randbebauung stärker zu betonen. „Eine hervorragende Idee“, meint Judith Wolter, die im übrigen feststellt: „Unsere Kritik am Rathausvorplatz als Standort für das jüdische Museum ist durch die jetzt geäußerten Bürger-Bedenken voll und ganz bestätigt worden.“

   

 
 
 

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