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19. September 2007:

„Die neue Rechtspartei marschiert!“

„Welt online“: Experten sehen Chancen auf Wahlerfolge

Die passende Themenwahl, eine folgerichtige Analyse der politischen Lage in Nordrhein-Westfalen und Aussichten auf Wahlerfolge – all dies bescheinigt der aus pro Köln hervorgegangen Bürgerbewegung pro NRW nicht etwa der eigene Vorstand, sondern eine der größten und renommiertesten deutschen Tageszeitungen. Neben den leider oftmals üblichen Extremismus-Vorwürfen trifft die „Welt“ ansonsten genau ins Schwarze: „Experten sehen Chancen auf Wahlerfolge – und machen sich Sorgen. Die Partei will das unbewohnte Niemandsland zwischen CDU und NPD mit Rechtskonservativen besiedeln. Die politische Landkarte von NRW haben die Führer der neuen Rechtspartei ‚Pro NRW’ gründlich studiert: Rechts von der CDU, so ihr Fazit, liegt unbesiedeltes Land, das sich erstreckt, bis in weiter Ferne die rechtsextreme NPD in Sicht kommt.“

Und weiter:

„Womöglich hat die Partei tatsächlich eine politische Marktlücke zwischen den Christdemokraten und den Rechtsextremen entdeckt … Zumindest kurzfristige Wahlerfolge halten Kenner für denkbar. Welche Wählerzustimmung Rechtspopulisten möglich ist, verkündeten am Sonntag auch die politischen Paten der Partei, deren Vertreter sich auf dem Parteitag einfanden: die österreichische FPÖ und der belgische Vlaams Belang. Immerhin zog die FPÖ zuletzt mit rund zehn Prozent ins österreichische Parlament ein, und die Flamenpartei Vlaams Belang gewann in Antwerpen sogar rund 30 Prozent der Stimmen.“

Zur Strategie des Aufbaus von unten nach oben meint der „Welt“-Journalist Till-R. Stoldt:

„Wahlerfolge könnte auch die Strategie von ‚Pro NRW’ versprechen, die der Vorsitzende Beisicht mit den Worten verkündete, ‚der Aufbau von unten nach oben’ sei ‚der Schlüssel zum Erfolg’. Tatsächlich besteht die NRW-Partei im Wesentlichen aus örtlichen Bürgerbewegungen wie ‚Pro Köln’, die sich vor Ort oft verankern konnten. So zog die Kölner Gruppe 2004 mit Fraktionsstärke in den Stadtrat ein, und landesweit verfügt ‚Pro NRW’ bereits über 30 Mandatsträger. Bei den Kommunalwahlen 2009 sollen den örtlichen ‚Pro-Gruppen’ so viele Achtungserfolge gelingen, dass 2010 auch der Einzug in den Landtag realistisch wird, hoffen die Parteioberen.“

Zur politischen Themenwahl von pro NRW läßt man bei der „Welt“ den Bonner Parteienforscher Frank Decker zu Wort kommen:

„Denn die Themen der Partei seien zugkräftig: ‚die Angst vor der Ausbreitung des Islams, das Unbehagen gegenüber der Zuwanderung und die Abneigung gegen politische Korrektheit – all das stößt bei weit über fünf Prozent der Wähler auf Zuspruch’, sagt Decker. Obendrein habe die Union in NRW einer rechtspopulistischen Kraft Platz eingeräumt, weil so manche Christdemokraten sich öffentlich dazu bekannt hätten, Deutschland sei Einwanderungsland (so Integrationsminister Armin Laschet), der Islam müsse gleichberechtigt werden, und der Bau großer Moscheen sei eine gute Sache. Durch diese Tonlage habe ‚die Union gegenüber rechten Wählern Integrationskraft eingebüßt’.“

Gut analysiert, Herr Decker und Herr Stoldt! Das anfängliche Kompliment gibt die pro-Köln- und pro-NRW-Mannschaft gerne zurück! Denn in der Tat herrscht hierzulande rechts der Union ein regelrechtes politisches Vakuum, das derzeit (noch) von keiner seriösen demokratischen Kraft ausgefüllt werden kann. Die nächsten zwei bis drei Jahre werden zeigen, ob die Bürgerbewegung pro NRW die diesbezüglich in sie gesetzten Erwartungen erfüllen kann …

   

 
 
 

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