Die Innenrevision der
Sparkasse KölnBonn hat Ermittlungen gegen ihren früheren Vorstandsvorsitzenden
Gustav Adolf Schröder (64, SPD) eingeleitet. Man wolle „mit Unterstützung
unabhängiger Wirtschaftsprüfer jeden Stein in der Sparkasse umdrehen“, zitiert
der „Kölner Stadt-Anzeiger“ Schröders Nachfolger Dietmar P. Binkowska. Dabei
geht es um ein für das öffentlich-rechtliche Geldinstitut denkbar schlechtes
Geschäft im Zusammenhang mit dem Coloneum in Ossendorf.
Laut „Stadt-Anzeiger“ soll sich
der Fernsehsender ProSieben Sat1 mit sieben Millionen Euro aus einschlägigen
vertraglichen Verpflichtungen freigekauft haben, als sich das „Hollywood am
Rhein“ zu einem Verlustgeschäft entwickelte. Den Angaben zu Folge soll die
Sparkasse nicht zu den Gewinnern der „Causa Coloneum“ gehören, anders als der
umstrittene Oppenheim-Esch-Immobilienfonds, an den die Mietzahlungen aus dem
Geschäft fließen. Der Fonds, dessen Profiteure öffentlicht nicht bekannt sind,
hat bereits beim Bau der neuen Messehallen in Deutz gute Geschäfte gemacht, was
man diesbezüglich von der Stadt Köln nicht behaupten kann.
Als es im Falle Coloneum manchen
Beteiligten darum ging, von eingegangenen Verpflichtungen angesichts absehbarer
Verluste los zu kommen, soll dem „Stadt-Anzeiger“-Bericht zufolge ein Schreiben
von Gustav Adolf Schröder aufgetaucht sein, mit dem Gesellschafter von
Verpflichtungen bei der Mietgarantie freigestellt worden sein sollen. Geprüft
wird nun, ob diese Vereinbarung überhaupt gültig ist. Denn nach dem
Vier-Augen-Prinzip müssen bei der Sparkasse immer zwei Personen einen Vertrag
unterschreiben. Der jetzt in Rede stehende Brief trägt aber nur eine
Unterschrift: die von Gustav Adolf Schröder!
Wieder einmal erweist sich die
personelle Parteipolitisierung der öffentlich-rechtlichen stadtnahen Unternehmen
als Fehler. Warum muß mal ein CDU-Klüngelbruder und mal einer von der SPD in die
wichtigen Posten gehievt werden? – Die politische Verschwisterung schafft
Abhängigkeiten und führt zur Herausbildung von Seilschaften, die kaum ein Mensch
durchschaut. Pro Köln fordert: Schluß damit! Bei der Besetzung von Ämtern
stadtnaher Unternehmen sollen Parteimitglieder außen vor bleiben. Nur die
Qualifikation darf zählen. Und: Die Verantwortlichen sollten so unabhängig sein
wir irgend möglich. Und das sind parteigebundene Akteure nie!