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9. November 2007:

pro Köln bringt frischen Wind ins Rathaus

Die Ratssitzung am 8. November 2007 war wieder einmal von der Konfrontation der Bürgerbewegung pro Köln mit den Fraktionen von CDU, SPD, Grünen und FDP geprägt. Davon erfährt indessen der Kölner Zeitungsleser nichts. Die Anträge, Anfragen und Wortbeiträge der fünf pro-Köln-Ratsmitglieder sind in keinem Medienbericht über diese 33. Sitzung des Kölner Rates auch nur mit einer einzigen Zeile erwähnt worden. Grund ist offenbar die näher rückende Kommunalwahl 2009 und die nackte Angst, die manche etablierten Polit-Akteure ergriffen zu haben scheint: Sie sehen ihre Felle davonschwimmen und fürchten das Wählervotum und die von pro Köln verkörperte Konkurrenz wie der Teufel das Weihwasser.

Wohl deshalb führen sie gegen die Bürgerbewegung einen regelrechten Kleinkrieg mit vielen Winkelzügen. So stand bereits am Beginn der Ratssitzung eine Auseinandersetzung um die Frage an, in welcher Form der aktuelle Wirbel um Gustav Adolf Schröder und die Probleme bei der Sparkasse KölnBonn in Gestalt einer Aktuellen Stunde erfolgen soll: die Fraktion pro Köln wollte die „Parteipolitisierung stadtnaher Unternehmen“ thematisiert sehen, CDU und FDP hatten beantragt, die Debatte auf „Mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Sparkasse KölnBonn und deren Auswirkungen auf die Stadt Köln“ zu beschränken. Ein Antrag auf Durchführung einer Aktuellen Stunde muß indessen spätestens am Tag vor der Ratssitzung an alle Fraktionen übermittelt werden. Der Fraktion pro Köln lag der Antrag von CDU und FDP erst am 8. November als Tischvorlage vor. Das hat pro Köln auch sofort beim Büro des Oberbürgermeisters schriftlich beanstandet.

Der konterte mit einem Schriftstück, in dem ein Mitarbeiter der Stadt Köln erklärte, er habe am 6. November einen Umschlag in den Briefkasten der Fraktion pro Köln eingeworfen, der den in Rede stehenden Antrag enthalten habe. Normalerweise sind indessen die Umschläge, in denen die Fraktionen ihre Rathaus-Post erhalten, durchaus verschlossen – und ihr Inhalt wird nicht vom städtischen Postboten überprüft. Woher will der Postbote wissen, was in den Sendungen enthalten war, die er in den Tagen vor der Ratssitzung in den pro-Köln-Fraktionsbriefkasten eingeworfen hat? – Jedenfalls hat die Fraktion pro Köln den umstrittenen Antrag von CDU und FDP vor dem Tag der Ratssitzung nicht zu sehen bekommen. Der Umstand, daß danach trotzdem die von CDU und FDP beantragte Aktuelle Stunde durchgeführt und der pro-Köln-Themenvorschlag verworfen wurde, kennzeichnet die Verbissenheit der Konfrontation zwischen den alten politischen Kräften und der Bürgerbewegung.

Manfred Rouhs ließ es sich trotzdem nicht entgehen, die Aktuelle Stunde zu nutzen, um auf einen ebenso offensichtlichen wie skandalösen Zusammenhang hinzuweisen: Mehrfach hat in Köln die öffentliche Hand – sei es die Stadt oder die Sparkasse, oder beide zusammen – im Zusammenhang mit Immobilien-Großprojekten schlechte Geschäfte gemacht. Coloneum, neue Messehallen in Deutz, Stadthaus – das lief alles irgendwie nicht optimal. Stets machte im Zusammenhang mit der Realisierung dieser Projekte ein bestimmter Anbieter das vielleicht nicht günstigste, aber doch – um ein Zitat von Oberbürgermeister Fritz Schramma aufzugreifen – das „vorzüglichste“ Angebot, nämlich der Oppenheim-Esch-Immobilienfonds, der in allen drei Fällen den Zuschlag erhielt. Auch das bislang sichtbare wirtschaftliche Ergebnis war in allen drei Fällen das gleiche: Oppenheim-Esch verdiente, die öffentliche Hand hatte das Nachsehen. Verantwortlich dafür waren jeweils Personen, die den Altparteien zuzurechnen sind: mal Gustav Adolf Schröder (SPD), mal Fritz Schramma (CDU), mal andere. Grund genug für pro Köln, auch in der Ratssitzung am 8. November 2007 wieder einmal schwarzen Filz und roten Klüngel anzuprangern.

Martin Börschel, Vorsitzender der SPD-Fraktion, erklärte die für die öffentliche Hand problematische Bilanz der städtischen Beziehungen zum Oppenheim-Esch-Fonds mit fachlichen Schwächen auf Kölner Seite beim Aushandeln der jeweiligen Verträge. Die Oppenheim-Esch-Leute seien einfach besser gewesen, meint Börschel. Das wäre zweifellos eine vergleichsweise „harmlose“ Erklärung für das dreifache Debakel, aber trotzdem ein Armutszeugnis für die Stadtspitze, stellte Rouhs fest.

Die Debatte, in deren Verlauf sich Ratsmitglieder von CDU, SPD, Grünen und FDP wechselseitig die Schuld an den Havarien im von Oppenheim-Esch, der Stadt Köln und der Sparkasse gebildeten Bermudadreieck zuschoben, verlief ebenso turbulent wie ergebnislos. Weder wurden Konsequenzen beschlossen, noch wurde auch nur ein Ausblick gegeben, wie es weitergehen, wie insbesondere bei künftigen Bauprojekten wirtschaftliche Nachteile für die öffentliche Hand vermieden werden sollen.

Zweiter Höhepunkt der Ratssitzung war die Verabschiedung eines vom Bund finanziell unterstützten Aktionsprogramms gegen rechts. Dazu führte die Vorsitzende der Fraktion pro Köln, Rechtsanwältin Judith Wolter, aus:

„Das Programm des Bundesministeriums Familie, Senioren, Frauen und Jugend heißt zwar ‚Jugend für Vielfalt, Toleranz und Integration’, beinhaltet tatsächlich jedoch das genaue Gegenteil. Toleranz bedeutet nämlich, daß man auch abweichende Meinungen akzeptiert und denjenigen der diese vertritt, nicht ausgrenzt.

Der lokale Aktionsplan für Köln beinhaltet die Indoktrination von Kindern im Alter von 8 bis 12 im Sinne des linksliberalen Mainstream.

Ein ‚Netzwerk gegen rechts’, nicht einmal gegen ‚rechtsextrem’, soll Projekte fördern, die die Meinungsvielfalt einschränken. Toleranz ja – aber nur gegenüber jemandem, der die gleiche Meinung vertritt wie ich – das scheint das Motto. Andersdenkende werden ganz einfach zu Nazis gemacht, ihre Meinung als Faschismus und als Verbrechen definiert.

Unter den Projekten, die im Rahmen der sogenannten ‚Programme für Toleranz’ gefördert werden, finden sich  nicht selten antifaschistische Initiativen, die Gewalt gegenüber Menschen mit anderen Ansichten als Zivilcourage verherrlichen. Hierin besteht die tatsächliche Gefahr für Demokratie und Meinungsfreiheit.

Gäbe es aussagekräftige Statistiken über Gewalt von links, wäre eindeutig zu belegen, was ohnehin offensichtlich ist: Angebrachter als ein ‚Netzwerk gegen rechts’ wäre ein Aktionsplan gegen linke Gewalt. Denn diese existiert im Gegensatz zur angeblichen Kriminalität von rechts tatsächlich. Bisher hat sich noch fast jedes große Medienthema über angebliche rassistische Gewalt schnell in Luft aufgelöst. Man erinnere sich nur an den Fall Sebnitz oder den angeblichen Überfall auf den dunkelhäutigen Deutsch-Äthiopier Ermyas M. in Potsdam.

Witzig in diesem Zusammenhang ist übrigens das Verhalten der Kölner CDU. Als vor einigen Jahren eine Ausstellung des linksextremen Jugendclub Courage in NS-Dokumentationszentrum eröffnet wurde, in welcher auch hochrangige CDU-Politiker als rechtsradikal ‚enttarnt’ wurden, entblödete sich Bürgermeister Josef Müller (CDU) nicht, eben diese Ausstellung feierlich zu eröffnen.

Sie, meine Damen und Herren von der CDU, haben es nicht anders verdient als selbst Opfer ihre eigenen ‚Aktionspläne für Toleranz’ zu werden.“   

Judith Wolter erntete mit dieser ebenso faktenreichen wie betont an demokratischen Werten orientierten Stellungnahme wüste Beschimpfungen von Vertretern der Altparteien, deren Blickfeld offenbar durch ideologische Scheuklappen stark verengt ist.

Noch giftiger wurde die Atmosphäre, als pro Köln den Rücktritt des angezählten SPD-Fraktionsvorsitzenden Martin Börschel forderte. Dessen Immunität als Landtagsabgeordneter wurde im Zusammenhang mit strafrechtlichen Vorwürfen wegen der Teilnahme an sogenannten „Lustreisen“ stadtnaher Unternehmen aufgehoben. Im Kölner Rat war allerdings nur die Fraktion pro Köln der Auffassung, daß man über einen solchen Vorgang nicht einfach zur politischen Tagesordnung übergehen sollte.

Auch die Demontage des Reiterstandsbildes auf dem Heumarkt wurde im Rat angesprochen. Pro Köln kündigte an, ein Foto des leeren Sockels zu veröffentlichen und dies als „das Ergebnis rot-grüner Kulturpolitik“ kenntlich zu machen. Das griff der Vorsitzende des Kulturausschusses, Dr. Lothar Lemper (CDU), auf, um dem rot-rot-grünen Kernbündnis aus SPD, Grünen und Linkspartei den Vorwurf zu machen, pro Köln in die Hände zu spielen.

Tatsächlich aber haben gleichermaßen alle Fraktionen der Altparteien wieder einmal deutlich werden lassen, wie nötig diese Stadt die seriöse, zukunftsorientierte, demokratische Opposition von rechts in Gestalt der Bürgerbewegung pro Köln braucht, die einer politischen Klasse Dampf macht, die ohne den durch uns ausgeübten Konkurrenzdruck die Stadt vollends als ihren Selbstbedienungsladen ansehen und ausnehmen würde. Ohne pro Köln wäre nicht nur, aber auch die Ratssitzung am 8. November 2007 eintönig und langweilig gewesen.

Wir bringen frischen Wind ins Rathaus. Das hat pro Köln auch in der jüngsten Sitzung des Rates wieder einmal unter Beweis gestellt!

   

 
 
 

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