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10. Dezember 2007:

Verharmlosung von Gewalt

Wenn zwei das gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe, sagt der Volksmund. Schlagen Ausländer einen rechtsgerichteten Jugendlichen zusammen, ist das nicht weiter problematisch, umgekehrt wird daraus ein bundesweites Thema für die Massenmedien und die Betroffenheit ist groß. Letzteres zurecht! Denn Gewalt ist weder ein legitimes Mittel in politischen Auseinandersetzungen, noch zur Lösung privater Konflikte. Deshalb muß Gewalt geächtet werden – von den politischen Akteuren, in den Medien und selbstverständlich erst recht von Lehrern und Schulleitern, die oft als erste von der ausufernden Jugendgewalt betroffen sind. Ein Artikel von Helmut Frangenberg im „Kölner Stadt-Anzeiger“ vom 10. Dezember 2007 tendiert genau in die entgegengesetzte Richtung. Er trieft vor Doppelmoral und wirft ein Schlaglicht auf den Umgang mit dem Phänomen der Jugendgewalt an der Godorfer Johannes-Gutenberg-Realschule.

Zunächst vermischt Frangenberg zwei Themen, die nichts miteinander zu tun haben. Es mag sein, daß es an der Schule einen Schüler aus dem NPD-Umfeld gibt, der „Nazi-Codes“ in den Unterricht trägt und von ausländischen Schülern tätlich angegriffen worden ist. Falls dem tatsächlich so sein sollte – bei unseren Medien sollte man generell bei solchen Schilderungen vorsichtig sein -, wäre beides zu verurteilen: die Nazi-Symbolik genauso wie die Schülergewalt gegen den angeblich 15jährigen.

Nahtlos geht Frangenberg sodann zur Verharmlosung des gewalttätigen Angriffs ausländischer Gutenberg-Schüler auf ein 19jähriges Mitglied der Jugend pro Köln über. Er verweist auf eine Schülersprecherin, die geäußert haben soll, es hätten lediglich zwei Jugendliche – nicht wie bei pro Köln berichtet 20 - auf den 19jährigen eingeschlagen, um ihm Flugblätter der Jugend pro Köln wegzunehmen. Als ob das einen Unterschied machen würde! Vielleicht sind ja tatsächlich etwa 18 Schüler mitgelaufen und „nur“ zwei haben tatsächlich selbst zugeschlagen – warum aber enthält Frangenbergs Artikel keinerlei Kritik an dieser Gewalttat? Stattdessen zitiert er Jutta Schreiber, die zuständige Dezernentin bei der Bezirksregierung, die der Berichterstattung zufolge allen Erntes von einer „inszenierten Schlägerei, um die Legitimation für weitere Propaganda zu haben“ spricht. Hat sich der 19jährige also absichtlich zusammenschlagen lassen, damit pro Köln den Vorgang propagandistisch ausschlachten kann? – Man stelle sich einmal vor, nach einem rechtsextremistischen Überfall auf einen 19jährigen Ausländer würde aus dem rechten Spektrum geltend gemacht werden, das Ganze sei eine „inszenierte Schlägerei, um die Legitimation für weitere Propaganda zu haben“ gewesen! Gegen den Verantwortlichen für eine solche Äußerung würde wahrscheinlich der Staatsanwalt Ermittlungen aufnehmen.

Jutta Schreiber dagegen ist als Schulfachliche Gleichstellungsbeauftragte bei der Bezirksregierung Köln in Arbeit und Brot gestellt. Niemand nimmt Anstoß daran, daß sie in unserem Land Beamte sein darf.

Pro Köln wird diesen skandalösen Vorgang nicht auf sich beruhen lassen, sondern mit Anfragen in den zuständigen Gremien für Aufklärung sorgen. Wer so argumentiert, wie es ein Herr Frangenberg tut - der seinen Artikel zynisch mit „Rechter Terror gegen eine Schule“ überschreibt – und eine Frau Schreiber, bringt die politischen Werte, für die er einsteht, in Mißkredit. Auf keinen Fall werden wir uns in eine Spirale von Gewalt, Gewaltlegitimation und Gegengewalt hineinziehen lassen. Verbale und sonstige Ausraster werden wir lieber Leuten wie Frangenberg & Co. überlassen!

   

 
 
 

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