Pro Köln legt Groß-Moschee auf Eis
Ditib-Vertreter Hasan Karaca: "Wir könnten aus juristischer Sicht die
Moschee bauen, aber aus politischen Gründen müssen wir abwarten."
Haben wir es geschafft, ist der Bau einer
Groß-Moschee der türkisch-islamischen Union DITIB in Ehrenfeld auf unbestimmte
Zeit verschoben? Diesen Eindruck könnte man gewinnen, wenn man seine
Aufmerksamkeit dem interreligiösen Dialog zuwendet, dem „Rat der Religionen“,
der zwei Mal im Jahr tagt, um u.a. Christen und Moslems einander näher zu
bringen. Hannelore Bartscherer vertritt dort die katholischen Laien, Hasac
Karaca repräsentiert die türkisch-islamische Union DITIB. Unter der Überschrift
„Gemeinsam für ein gutes Miteinander in Köln“ berichtet
Jesus.de über die Sorgen und Nöte von Bartscherer und Karaca:
„Zu erhitzten Diskussionen hatte zuletzt der
geplante Neubau einer repräsentativen Moschee der Ditib im Kölner Stadtteil
Ehrenfeld geführt. Zurzeit gebe es etwa 70 Moscheen in Köln, die sich aber fast
alle in Häusern und Hinterhöfen befänden, sagte Hannelore Bartscherer. Der
Neubau stocke nun angesichts der politischen Debatten, die insbesondere die
rechtspopulistische Partei pro Köln angefacht habe. ‚Wir könnten aus
juristischer Sicht die Moschee bauen, aber aus politischen Gründen müssen wir
abwarten’, beschrieb es Ditib-Vertreter Hasan Karaca vom Forschungszentrum
Religion und Gesellschaft. Es deprimiere ihn, daß die Medienberichterstattung
oft Vorurteilen geleitet sei. Wie zuletzt, als eine renommierte Tageszeitung den
Bauherren eine angeblich fundamentalistische Innenarchitektur vorgeworfen habe.“
Karacas Auskünfte sind erstaunlich. Bislang
war zumindest offiziell keine Rede davon, daß die DITIB ihr Großmoschee-Projekt
aufgrund der erfolgreichen Aufklärungsarbeit der Bürgerbewegung pro Köln im
Veedel auf Eis gelegt hätte und „aus politischen Gründen abwarten“ würde. Es
hieß doch immer, an der Planung müsse lediglich hier oder da noch eine
Kleinigkeit verändert werden, demnächst käme eine Vorlage in den Rat, mit der
dann Nägel mit Köpfen gemacht werden sollen, der erste Spatenstich stehe kurz
bevor, das Richtfest sei absehbar. Und überhaupt: Pro Köln sei ein Störenfried,
und die Moschee komme ja doch. Und jetzt heißt es mit einem Mal, pro Köln habe
dummerweise eine unerwünschte politische Debatte angefacht, da müsse man jetzt
erst einmal abwarten.
Interessant, nicht wahr? Warum liest man
davon eigentlich in Köln nichts in der Zeitung?
Nicht, daß die Presse zu wenig über das Thema
geschrieben hätte. Vor fast einem Jahr, am 14. August 2007, wußte der „Kölner
Stadt-Anzeiger“ bereits Oberbürgermeister Fritz Schramma zu zitieren mit der
scheinbar ultimativen Durchsage: „Machen wir uns nichts vor, die Moschee kommt -
entweder mit uns oder ohne uns oder gegen uns.“ – Das hört sich irgendwie ganz
anders an als die Äußerungen von Herrn Karaca vom Sommer 2008.
Die Bürgerbewegung pro Köln dagegen hat immer
gesagt: Die Moschee steht noch lange nicht! Alle Unkenrufer, die behauptet
haben, das Projekt sei unabwendbar, versuchen offenbar lediglich, die
Moscheebau-Kritiker – also die Bevölkerungsmehrheit in
der Domstadt – zu entmutigen. Die Behauptung, der Großmoschee-Bau sei
unabwendbar, wird indessen nicht dadurch wahr, daß sie ständig wiederholt wird.
Pro Köln bleibt deshalb bei diesem Thema am Ball. Wir sind uns sicher: Gemeinsam
haben wir eine Chance, uns gegen die DITIB politisch durchzusetzen!