50 Millionen Euro Schaden jedes Jahr
Nach Angaben des Kölner Haus- und
Grundbesitzervereins entstehen in unserer Stadt jedes Jahr Schäden in Höhe von
etwa 50 Millionen Euro durch Graffiti-Schmierereien. Der Kölner
„Stadt-Anzeiger“ befaßt sich in seiner heutigen Ausgabe auf einer farbigen, mit
schön anzusehenden Graffitis reich bebilderten Doppelseite mit dem Problem und
unterschlägt diese Zahl durchaus nicht – trotzdem wirkt der Artikel
verharmlosend. Lokalredakteur Helmut Frangenberg gibt nicht nur, aber auch der
Kölner Graffiti-Szene das Wort. Deren „Argumente“ reichen vom lapidaren „Verbote
bringen doch nichts“ bis zu durchaus differenzierten Stellungnahmen, mit denen
sich eine größere Fangemeinde identifizieren kann und Nachwuchs rekrutieren läßt:
„Ich finde es nicht gut, wenn ein schönes
Haus besprüht wird. Bei häßlichen Gebäuden oder bei Brücken ist das aber was
anderes. Bunte Bilder verschönern doch die Stadt.“
Wer bestimmt, welches Haus schön und welches
häßlich ist?
Frangenberg gibt der Kölner Anti-Spray-Aktion
(Kasa) das Wort, die darauf hinweist, daß die meisten illegalen
Graffiti-Schmierereien in Köln von einer kleinen Zahl von erwachsenen
Intensivtätern begangen werden. Dabei handelt es sich ganz offenbar um
Kriminelle, die erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten. Es ist
nötig, sich die Größenordnung des Problems vor Augen zu führen: Wer jedes Jahr
andere Menschen im sechsstelligen Euro-Bereich wirtschaftlich schädigt, begeht
weder ein Kavaliersdelikt, noch ist er der Sympathieträger in einem
Katz-und-Maus-Spiel. Die Intensivtäter stehen moralisch auf einer Stufe mit
Rheinschiffern, die Altöl in den Fluß schütten, mit Müll-Baronen, die giftige
Chemikalien illegal entsorgen und ins Grundwasser sickern lassen sowie mit
Bankräubern, die mit vorgehaltener Waffe die Herausgabe von Bargeld erzwingen.
Da bei ihnen finanziell im Regelfall nichts zu holen ist, lassen sie sich nur
durch Haftstrafen in angemessener Höhe abschrecken.
Köln aber fährt gegenüber den
Graffiti-Schmierern einen Schmusekurs. „Verständnis entwickeln“ ist angesagt.
Diese Grundtendenz zieht sich wie ein roter Faden durch die Kölner
Kommunalpolitik und durch den „Stadt-Anzeiger“-Artikel von Helmut Frangenberg.
Pro Köln fordert: Schluß damit! Die
Ratsfraktion der Bürgerbewegung hat sich in zahlreichen Anträgen für ein hartes
Durchgreifen gegen Graffiti-Schmierer ausgesprochen, so zuletzt mit einem Antrag
für eine konzertierte Aktion gegen Vandalismus in der Sitzung des Rates am 25.
September 2008. Beim Thema Graffiti-Schmierereien wird pro Köln am Ball bleiben
und weiterhin Druck auf die Mehrheitsfraktionen im Rathaus ausüben, die dazu
angehalten werden müssen, dem Respekt vor privatem und öffentlichem Eigentum
einen höheren Stellenwert einzuräumen!