Schmusekurs gegenüber Gewalttätern
Während der einfache Polizist auf der
Straße mit Gewaltkriminalität in allen Erscheinungsformen immer mehr
Schwierigkeiten hat, leben einige Polizeidirektoren und –Präsidenten offenbar in
einer Scheinwelt. Es gilt wohl der Grundsatz: Je näher dran am politischen
Apparat, desto weiter weg vom wirklichen Leben. Anders läßt sich kaum erklären,
daß vor wenigen Tagen etliche Politrandalierer, die von der Polizei am 20.
September festgenommen wurden, weil sie noch nach der Beendigung des
Anti-Islamisierungskongresses der Bürgerbewegung pro Köln die Konfrontation mit
der Staatsgewalt gesucht haben, eine Einladung zu einer Art „Nachbesprechung“
des Polizeieinsatzes ins Polizeipräsidium in Kalk bekommen haben. Am 30. Oktober
trifft sich dort eine Runde von Randalierern und Verständnisbeamten zum
„Dialog“. Wörtlich heißt es in dem von einem Polizeidirektor unterschriebenen
Brief:
„Dieser Dialog kann und soll nicht eine
juristische Einzelfallprüfung ersetzen oder gar dazu führen, daß Einzelfälle vor
größerem Publikum diskutiert werden. Wir möchten uns ihrer Kritik stellen, die
Bestandteile der Nachbereitung des Einsatzes sein wird, und Ihre Fragen
beantworten.“
Die Polizei stellt sich der Kritik der linken
Gewaltszene und beantwortet deren Fragen. Was wird dabei wohl herumkommen?
Welche Wünsche dürfen geäußert werden? Vielleicht die Forderung nach dem Einsatz
von Reizgas mit einer anderen Geschmacksrichtung, oder die nach der Verwendung
extraweicher Gummiknüppeln?
Einen kleinen Haken hat die Sache. Am 30.
Oktober werden die Teilnehmer der Dialogveranstaltung selbst für ihre An- und
Abreise sorgen müssen. Manche kommen von sehr weit her, das kann ins Geld gehen.
Der Herr Polizeidirektor hofft auf Nachsicht: „Wir bitten um Verständnis, daß
wir ihnen entstehende Kosten nicht übernehmen können.“
Vielleicht springen ja für die Reisekosten
wieder linke Parteien und Gewerkschaften ein, die sich auch am 20. September
nicht lumpen ließen, um gewaltbereite Extremisten in Bussen aus dem halben
Bundesgebiet nach Köln zu holen.
Der studierte Historiker und Orientalist Paul
M. Stern, der viele Jahre seines Lebens im Ausland zugebracht hat, schrieb, als
er in ein verwandeltes Deutschland zurückgekommen war, eine Art politischen
Reisebericht unter dem Titel:
„Von Deutschland nach Absurdistan“. Nach dem 20. September 2008 müssen wir
feststellen: Wir sind endgültig in Absurdistan angekommen.