Irgend etwas bleibt hängen
Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ veröffentlicht
heute eine
Sammlung von Vorwürfen, mit denen aus dem Spektrum der Altparteien gegen den
sogenannten „Politüberläufer“ Jörg Uckermann Stimmung gemacht wird. Die
Wortwahl ist verräterisch. Sie entstammt ursprünglich dem militärischen
Sprachgebrauch. Ein „Überläufer“ geht von der Fahne und schlägt sich ins Lager
des Feindes. Wird man seiner Habhaft, dann droht ihm ein ruhmloses Ende. Er wird
typischerweise nicht erschossen, was dem Soldaten zwar nicht hilft, aber
immerhin als ehrenvoller Tod gilt, sondern erhängt bzw. in einigen Kulturkreisen
mit bloßen Händen erwürgt. Genau das hätten im übertragenen, politischen Sinne
wohl manche Akteure im etablierten Politikbetrieb gerne mit Jörg Uckermann
gemacht, nachdem der die CDU verließ und den Vorsitz der Fraktion pro Köln in
der Bezirksvertretung Ehrenfeld übernahm.
Da eine solche „Problemlösung“ in der
Zivilgesellschaft nicht umsetzbar ist, müssen Ersatzhandlungen her. Wie die
aussehen, hat Detlef Schmalenberg in einer am 5. Juli 2008 im „Stadt-Anzeiger“
veröffentlichten Fleißarbeit zusammengetragen.
Die gegen Uckermann gerichteten Vorwürfe sind
sachlich schlicht unbegründet. Jedermann kann gegen jeden anderen jederzeit
einen Strafantrag stellen, der dann erst einmal ein Ermittlungsverfahren
auslöst. Jörg Uckermann hat sich grundsätzlich nach seinem Übertritt zu pro Köln
in der Bezirksvertretung Ehrenfeld zunächst einmal genau so verhalten, wie er
das zuvor jahrelang als CDU-Ortsverbandsvorsitzender und stellvertretender
Bezirksbürgermeister getan hat. Nur waren mit einem mal die Reaktionen darauf
ganz andere. Er fand sich plötzlich im Mittelpunkt eines fanatischen
Kesseltreibens wieder, das er sich in dieser Form überhaupt nicht hatte
vorstellen können. Gründe für Ordnungsrufe gegen ihn wurden regelrecht an den
Haaren herbeigezogen. Seine präzise Darstellung dessen, was er persönlich davon
in der Sitzung der Bezirksvertretung Ehrenfeld am 16. Juni 2008 überhaupt
wahrgenommen hat, soll ihm jetzt als falsche eidesstattliche Erklärung
angekreidet werden. Behauptungen, er würde plötzlich auf andere Menschen
einschlagen oder sie anspucken, sind ehrabschneidend. Das Kalkül hinter solchen
Vorwürfen ist durchsichtig. Es lautet: „Etwas wird schon hängen bleiben.“
Der „Überläufer“ Jörg Uckermann soll
gesellschaftlich geächtet werden. Angesichts der desolaten internen Situation
der Kölner CDU fehlen eigentlich nur noch die „fliegenden Standgerichte“, um
mögliche Nachahmer abzuschrecken. Wir dürfen gespannt sein, was uns noch
bevorsteht.
Indessen muß in aller Deutlichkeit
klargestellt werden, daß nicht Jörg Uckermann der Deserteur ist, sondern die
Vertreter jener herrschenden Strömung in der Kölner CDU, die die letzten
wertkonservativen Positionen kampflos preisgegeben haben. Uckermann hat von
Anfang an gegen den geplanten Bau der DITIB-Großmoschee in Ehrenfeld Stellung
bezogen. Ihm war diese seine politische Überzeugung wichtiger als eine
Karriere-Chance in der Schramma-CDU, die auf Multi-Kulti-Kurs getrimmt worden
ist. Erst als Uckermann keine Möglichkeit mehr hatte, innerhalb der CDU eine
Großmoschee-kritische Einstellung politisch wirksam werden zu lassen, zog er
daraus die einzige rational mögliche Konsequenz und wechselte zu pro Köln. Das
heißt: Uckermann ist seiner Überzeugung treu geblieben. Er hat seine
persönlichen Interessen hinter der Sache zurückgestellt. Deshalb wird jetzt
gegen ihn eine regelrechte politische Treibjagd veranstaltet.
Schramma & Co. sind die Deserteure. Sie
fahren einen multi-kulturellen Crashkurs, der mit christlichen und
demokratischen Prinzipen unvereinbar ist!