Milli Görüs lobt Politiker
Am Wochenende feierte die Islamische
Gemeinschaft in Deutschland (IGD) ihr 50jähriges Bestehen. Rund 1.000
Muslime waren
zu diesem Anlaß
in die Wilhelm-Dopatka-Halle nach Leverkusen gekommen. Ibrahim El-Zayat,
der Präsident der IGD, betonte die Harmlosigkeit seiner Organisation, die vor
einigen Monaten Ziel einer Hausdurchsuchungswelle der deutschen Polizei geworden
war. Sie bringt in ihren Einrichtungen junge Muslime religiös auf Linie und
verfestigt die türkisch-islamische Parallelgesellschaft in Deutschland.
Wie „harmlos“ die IGD wirklich ist, wurde in
den Diskussionsrunden u.a. anhand der ausgesuchten Gesprächspartner deutlich. Zu
ihnen gehörte Oguz Ücüncü, der Generalsekretär der den deutschen Behörden als
islamistisch und antisemitisch geltenden Organisation Milli Görüs. Herr Ücüncü
kritisierte das Zuwanderungsgesetz der Bundesrepublik Deutschland, das seine
Landsleute und Glaubensbrüder daran hindere, unser Land durch weitere
Zuwanderung multikulturell zu bereichern. Aber er sehe in der deutschen Politik
auch „Lichtblicke“. Dazu hätten, so Ücüncü, die Aktivitäten gegen den
Anti-Islamisierungskongreß der Bürgerbewegung pro Köln am 19. und 20. September
in Leverkusen und Köln gehört. Das massive Auftreten linker Demonstranten und
etablierter Politiker gegen pro Köln wurde vom Milli-Görüs-Generalsekretär
ausdrücklich lobend hervorgehoben.
Ibrahim El-Zayat und weitere Teilnehmer der
IGD-Veranstaltung forderten einen „bekenntnisorientierten Religionsunterricht“
in Nordrhein-Westfalen. Dabei müsse ausgeschlossen sein, daß Lehrer tätig
werden, die die Rolle des Propheten Mohammed in Frage stellen. Der Koran sei
heilig, seine Suren stammten von Gott und seien Gesetz, und dies müsse auch in
deutschen Schulen gelehrt werden, forderten Teilnehmer der Veranstaltung.
Weh dem, der dafür kein Verständnis
aufbringt!
Ibrahim El-Zayat saß im Frühjahr des
vergangenen Jahres bei der großen Integrationskonferenz der Bundesregierung in
Berlin mit am Verhandlungstisch. Dabei soll es sich lediglich um einen dummen
Zufall gehandelt haben, heißt es jetzt aus Regierungskreisen. Herr El-Zayat sei
nicht eingeladen gewesen und habe sich einfach mit in die Runde gesetzt. Das sei
dann regierungsseitig aus Gründen der Höflichkeit hingenommen worden, wird
behauptet.
So, so. In den Berliner Ministerien kann man
also einfach rein und rausspazieren und sich bei wichtigen Konferenzen mit an
den Tisch setzen und das Wort ergreifen, ohne eingeladen zu sein. Und wenn
beispielsweise der pro-Köln-Vorsitzende Markus Beisicht im Frühjahr vergangenen
Jahre zufällig in Berlin gewesen wäre und sich an den Tisch der
Integrationskonferenz gesetzt hätte, wäre das durchaus in Ordnung gewesen? Oder
hätten wir dann womöglich die Grenzen ministerieller Höflichkeit kennengelernt?
Die Ausreden bundesdeutscher Politiker für
ihre Zusammenarbeit mit einem Herrn El-Zayat, der nach Aussage des
CDU-Innenexperten Wolfgang Bosbach „nicht für mehr Integration, sondern für mehr
Islamismus“ steht, muten alles andere als glaubwürdig an. Die bundesdeutsche
politische Klasse hat sich verrannt, und sie verbündet sich mit überaus
problematischen religiösen und politischen Organisationen und Einzelpersonen.
Milli Görüs und die Islamische Gemeinschaft
in Deutschland legen Aktivitäten an den Tag, die auf die Verdrängung des
demokratischen Rechtsstaates Bundesrepublik Deutschland durch einen islamischen
Gottesstaat hinauslaufen. Wer davor die Augen verschließt, versündigt sich an
den Menschen, die heute noch in Mitteleuropa in zumindest relativer persönliche
Freiheit leben – und die nicht morgen einem islamistischen Diktat unterworfen
werden wollen.
Für alle Beteiligten ist es jetzt hohe Zeit,
Farbe zu bekennen!