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10. Juli 2008:

Eine Stadt wird zugebaut

Einige Kölner Stadtteile verlieren durch die Bebauung bislang freier Flächen und insbesondere der Innenhöfe alter, gewachsener Siedlungen immer mehr an Lebensqualität. „Innenhofverdichtung“ heißt die Zauberformel, die Geld in die Kassen der Wohnungsbaugesellschaften spülen soll. Die kommunalpolitischen Institutionen spielen mit und geben regelmäßig für solche Pläne grünes Licht, so auch im Fall der Wohnungen im Karree Venloer Straße, Äußere Kanalstraße, Borsigstraße und Herbigstraße. Ein Antrag der Fraktion pro Köln in der Bezirksvertretung Ehrenfeld, auf das Abholzen der Bäume dort zu verzichten und den Bürgern ein Stück Grün zu belassen, wurde mehrheitlich abgelehnt. Selbst die „Grünen“ spielen mit. Die ökonomischen Interessen der GAG haben Vorrang vor ökologischen Belangen und vor den Interessen der Kölner Bürger.

Der Innenhof des Venlo-Karrees war eine Augenweide, ein Vogelparadies, eine „grüne Lunge“ für die Menschen. Jahrzehntelang liebvoll von den Anwohnern gepflegte Bäume wurden in kürzester Zeit abgeholzt. Die Bilder sprechen für sich.

Der Innenhof des Ehrenfelder Venlo-Karrees vor der Abholzaktion ...

... und hinterher: So sehen die Folgen einer unverantwortlichen Kommunalpolitik aus.   Fotos: Werner Jungen

Immer wieder haben die Anwohner, allen voran Werner Jungen und sein Sohn, protestiert gegen die Zerstörung ihrer Heimat – aber niemand hörte ihnen zu. Im Bezirksrathaus und im Rat konnten sie auf die Unterstützung der Bürgerbewegung pro Köln bauen. Der Ehrenfelder Fraktionsvorsitzenden Jörg Uckermann setzte sich nachhaltig für den Erhalt des grünen Innenhofes ein – vergeblich.

Die Kölner Stadtplaner sollten sich ein Beispiel an anderen europäischen Metropolen nehmen, die in der Fläche wachsen, statt sich zu verdichten, also grün abzuholzen und möglichst viel städtischen Raum zuzubauen. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang das vor wenigen Wochen veröffentliche Städtebarometer der Beratungsgesellschaft Ernst & Young, auf dem Köln einen mittelmäßigen neunten Platz belegt. Düsseldorf dagegen rangiert auf Platz vier. Schade eigentlich!

Unterdurchschnittlich schneidet Köln u.a. bei der Bewertung seiner Grünflächen durch die Bürger ab. Offenbar sind also nicht nur einige Ehrenfelder mit der diesbezüglichen Stadtplanung unzufrieden. Die setzt leider ihre Prioritäten eindeutig und nach unserer Meinung falsch: Erhalt und Ausbau der Kölner Grünflächen müssen endlich Vorrang haben vor den Interessen der Immobilienkonzerne!
 

 
 
 

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