Asylkrise: Neue Massenunterkünfte im Kölner Norden trotz angeblich weniger Neuzugängen
Aus den Veedeln, Köln aktuell / Mittwoch, 15.März.2017

Asylkrise: Neue Massenunterkünfte im Kölner Norden trotz angeblich weniger Neuzugängen

In den beiden nördlichsten Kölner Stadtteilen Fühlingen und Roggendorf-Thenhoven sollen noch dieses Jahr zwei neue Massenunterkünfte für jeweils 240 Asylbewerber auf der grünen Wiese entstehen. Beide Standorte sind denkbar ungeeignet und werden mit großer Wahrscheinlichkeit erhebliche Auswirkungen auf das Sozialgefüge in den Veedeln haben.

Im dörflich geprägten Fühlingen gehen jetzt schon Anwohner und der örtliche Bürgerverein auf die Barrikaden. Die geplante Massenunterkunft würde über Nacht die Flüchtlingsquote gemessen an der Gesamtbevölkerung des Stadtteils auf über 10 % hochschnellen lassen. Zudem gäbe es in Fühlingen praktisch keinerlei Infrastruktur für die zahlreichen Neubewohner mit viel Tagesfreizeit, aber wenig Geld in den Taschen. Auch in andere Stadtteile oder in die Kölner City kommt man von Fühlingen aus gewöhnlich nur mit dem Auto. Denn der öffentliche Nahverkehr erschöpft sich in einer spärlich getakteten Buslinie nach Chorweiler.

Markus Wiener

Anders, aber mindestens ebenso schwerwiegend, liegen die Probleme in Roggendorf-Thenhoven. Der dort geplante Standort in der Nähe des Worringer Bahnhofes liegt unmittelbar an der Hochhaussiedlung „Im Mönchsfeld“, die schon jetzt als sozialer Brennpunkt gilt. Über Jahre hat die Stadt Köln mühsam ein totales Kippen der Situation in den tristen Betonburgen gerade noch verhindern können. Nun fürchten selbst Bezirkspolitiker der Altparteien, dass die benachbarte Asylbewerber-Massenunterkunft das Fass zum Überlaufen bringen könnte. Die Bezirksvertretung Chorweiler hatte deshalb sogar in einem einstimmigen Beschluss den Standort als ungeeignet abgelehnt – vergebens.

„Die massiven Bedenken aus Bürgerschaft und selbst Teilen der etablierten Bezirkspolitik wurden von den Altparteien im Stadtrat einfach vom Tisch gefegt“, kritisiert der Chorweiler Bezirksvertreter Markus Wiener, der als PRO-KÖLN-Ratsherr auch im Stadtrat gegen die Pläne mobil gemacht hat. „Jetzt haben wir den Schlamassel: Bereits im Herbst werden die beiden Massenunterkünfte wohl in Betrieb gehen – Folgen ungewiss. Der ohnehin gebeutelte Kölner Norden wird wieder mal mit neuen Problemen beladen, während wirtschaftlich leistungsfähigen Stadtteilen wie Hahnwald oder Lindenthal bis jetzt noch keine oder nur eine Handvoll Asylbewerber zugewiesen wurden. Aber wahrscheinlich bleibt das wohlhabende Klientel der Altparteien zuhause doch lieber unter sich und überlässt es anderen, die Folgen ihrer gutmenschlichen Willkommenspolitik auszubaden.“

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